Die Rente geht uns Alle an – früher oder später

„Ich bin nicht hier wegen meiner eigenen Rente, sondern wegen meiner Kinder und Enkelkinder“ so ein Teilnehmer aus der Diskussion. Unter dem Thema „Rente armutsfest machen: Wie wird die Rente wirklich sicher?“ hatten Bündnis 90/Die Grünen Marzahn-Hellersdorf am 22. Mai 2017 zu einem Öffentlichen Gesprächsabend ins Stadtteilzentrum „Kiek In“ eingeladen. Ein engagiertes Publikum war der Einladung gefolgt.

Gastredner war Jan Landmann, Referent der bündnisgrünen Bundestagsfraktion für Arbeitsmarktpolitik. Im Gespräch mit Inka Seidel-Grothe, Direktkandidatin für den Bundestag in Marzahn-Hellersdorf, stellte Landmann zunächst die drei Säulen des bestehenden Rentensystems vor: Die gesetzliche Rente, die betriebliche Altersversorgung und die private kapitalgedeckte Vorsorge (Riesterrente).

Beeindruckend war, dass nicht nur die Referenten, sondern auch das Publikum sich gut auf das Thema Rente vorbereitet hatte. So konnte sich eine vertiefte und spannende Diskussion entwickeln. Es zeigte sich beiderseits Weitblick für noch kommende, zukünftige Probleme: Wie zum Beispiel die Digitalisierung des Arbeitsmarktes und der damit möglicherweise einhergehende Verlust von Sozialversicherungsbeiträgen beschäftigter Arbeitnehmer*innen.

Im Rückblick wurde einmal mehr deutlich: Die Entscheidungen der vergangenen Jahre in der Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik, sind die Ursachen für die Rentenprobleme von heute und morgen. Dazu kamen die kritischsten Fragen und Kommentare aus dem Publikum und Forderungen nach einer vernünftigen Rentenpolitik.

Dieser Aufforderungen konnten Jan Landmann und Seidel-Grothe sogleich folgen und stellten die aktuellen bündnisgrüne Renten- und Sozialpolitischen Reformvorschläge vor.

  1. die steuerfinanzierte Garantierente, die allen Menschen, die mindestens 30 rentenversicherungspflichtige Jahre vorweisen können, eine Rente ermöglicht, die oberhalb der Grundsicherung liegt
  2. eine Bürgerversicherung, in die alle Bürgerinnen und Bürger einzahlen, d.h. auch Beamte, Freiberufler*innen, Selbstständige und Abgeordnete etc.
  3. mehr Geschlechtergerechtigkeit in der Rentenpolitik, durch die Anerkennung von Familienzeiten (Kinder, Pflege von Angehörigen), der Verbesserung und Abschaffung prekärer Arbeitsverhältnisse sowie die Einführung eines obligatorischen Rentensplitting

Es gab viele Fragen, die das Publikum bewegten. Dazu zählten bspw. die Forderung nach einem flexiblen Renteneintritt für bspw. körperlich belastende Berufe sowie gerechteren Regelungen die Behinderung und Langzeitarbeitslosigkeit berücksichtigen. Wenn auch am Ende eine Übereinstimmung in vielen Punkten bestand; die Frage wie diese Reformen nach der nächsten Bundestagswahl auf den Weg gebracht werden, entscheidet sich mit der Bundestagswahl. Nur mit starken GRÜNEN, wird eine Umsetzung unserer Konzepte für eine zukunftsfähige Rentenpolitik realistisch.

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