Benennung einer Straße nach Alexandra Kollontai

Drs. 2017/VI

Die BVV möge beschließen:

Das Bezirksamt wird ersucht, eine Straße im Bezirk nach Alexandra Kollontai zu benennen.

Begründung:

Alexandra Kollontai war eine entscheidende Impulsgeberin der feministischen Bewegung weltweit.

Die gebürtige Russin und überzeugte Sozialistin war an der Oktoberrevolution 1917 beteiligt und die erste Frau, die einen Ministerposten bekleidete. Später war sie als Botschafterin der UdSSR bis zum Ende des Krieges in Schweden.

Ihr wichtigstes politisches Interesse galt jedoch der Situation der Frauen und ihrer Rolle in der Gesellschaft.

Kollontai war zeitlebens überzeugte Feministin und Sozialistin. Bereits 1905 hatte sie sich für autonome Frauenabteilungen innerhalb der Kommunistischen Partei eingesetzt. Sie grenzte sich aber scharf von der bürgerlichen feministischen Bewegung ab, da sie die These vertrat, alleine im Sozialismus könne eine Gleichberechtigung von Frau und Mann verwirklicht werden.

Alexandra Kollontai gehörte zu jenen Autoren, deren Bücher gleich 1933 verboten wurden. Ihr Name, sowie ihr Buch „Wege der Liebe“ (Auflage 33.000) wurden in dem Buch „Verbotene und undeutsche Bücher. Ein Führer zur völkischen Gestaltung der deutschen Leihbüchereien“ genannt. Das Werk „Wege der Liebe“ ist noch heute in keiner Berliner Bibliothek verfügbar.

Alexandra Kollontai soll im Mai 1912 oder 1914 die dort ansässige Familie Thurm mehrfach in Mahlsdorf besucht haben. (Bericht eines Thurm Sohnes).

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